Was ändert sich eigentlich für Teams in einer komplexen Umgebung?

Auf einer Makroebene lässt sich das wunderbar mit dem Zitat von Jack Welch erklären: Wenn die Geschwindigkeit der Veränderungen im Umfeld höher ist als innerhalb des Unternehmens, dann gerät das Unternehmen in Schwierigkeiten.

Was ist also ein Organisationsprinzip, durch das sich eine hohe und gleichzeitig am Kunden ausgerichtete und zielführende Geschwindigkeit der Veränderung ermöglichen lässt? Hier kommt die Agilität bzw. die Nutzung kollektiver Intelligenz in Form von Selbstorganisation und kollegialer Führung ins Spiel.

Welche Konsequenzen hat das jenseits des reinen agilen Instrumentariums für die Zusammenarbeit im Team? Hermann Arnold beschreibt in seinem wunderbaren Buch „Wir sind Chef“, was dann passieren kann. Wenn Selbstorganisation ausgerufen wird, das Team aber nicht reif ist, ist das Team schnell überfordert. Wenn dagegen ein hoher Reifegrad im Team besteht, Vorgesetzte aber ihre Command & Control Strukturen nicht aufgeben wollen, wandern die Organisationen häufig in den „Schatten“ ab und machen im Positiven wie im Negativen, was sie wollen.

Im Komplexitätstraining geht es darum, sowohl den Reifegrad des Teams zu erhöhen als auch die Auswirkungen von Komplexität auf Führungsstil, Führungskultur und Struktur zu erläutern und anhand von konkreten Erfahrungen zu diskutieren. Wenn beide  Parameter kohärent entwickelt werden, besteht eine gute Chance, sich entlang des von Hermann Arnold beschriebenen 4-Stufen-Modells  zielorientiert zu entwickeln.

Dabei werden zunächst im Training die Unterschiede zwischen einfach – kompliziert – komplex – chaotisch durch verschiedene Aufgaben mit Legosteinen erlebbar gemacht. Durch gezielte Interventionen werden die Rahmenbedingungen so verändert, dass sich standardisiertes Abarbeiten, die Lösung komplizierter Aufgaben durch Expertenwissen und der Umgang mit vielfältigen Überraschungen üben lässt.

Agilität lässt sich spielerisch sehr gut mit der Übung  „SimAgil“ von Jörg Preußig (Agiles Projektmanagement, Haufe-Verlag) lernen. Hier geht es darum, in 3 Sprints eine Stadt zu bauen. Elemente wie das Backlog, Product Reviews, Retrospektiven und die Kunst der richtigen Abschätzung der Team-Geschwindigkeit stehen im Mittelpunkt.

Einen Überblick über Strategien im Umgang mit Komplexität kann man wunderbar mit dem GPA-Schema nach Matthias Varga von Kibed und Insa Sparrer erzeugen. Hierbei wird deutlich, dass es sich nicht um eine simplifizierende Reihe von Best Practices handelt, sondern, dass man das Segel im übertragenen Sinne je nach Windrichtung immer wieder neu aufspannen muss, um genügend Fahrt aufzunehmen.

Strategien für Komplexität mit dem GPA-Schema